Süddeutsche Zeitung SZExtra vom 14. Oktober 2004
Schoßhündchen mit Biss
Das Internationale Kurzfilmfest München wird gemütlicher
Manchmal darf es auch ein bisserl weniger sein. Vor allem dann, wenn es sich um
Kurzfilme dreht, deren Glück ja ohnehin in der Bescheidenheit liegt. Das Kurzfilmfest "Bunter Hund" geht in seine sechste Runde, und aus dem Bernhardiner ist, mit Verlaub, ein Schoßhündchen geworden: 50 Filme aus den Bereichen Short Fiction, Animations-, Experimental- und Dokumentarfilm flimmern an vier Tagen im Werkstattkino über die Leinwand. Dass sich die Zahl der Beiträge, darunter junge Arbeiten aus Argentinien und Russland, im Vergleich zum Vorjahr etwa um die Hälfte reduziert hat; dass die Filme nur noch an einem Ort (statt auch im Maxim) gezeigt werden, sei keine Frage des Budgets, versichert Daniel Wagner aus dem Organisationsteam. Vielmehr sei für ein paar Mitarbeiter das ehrenamtliche Engagement mit dem Beruf nicht mehr vereinbar gewesen. Dennoch: "Es ist angenehm so, wie es jetzt ist", sagt der 24-Jährige.
Und so ist es: 37 Kurzfilme konkurrieren in den vier Wettbewerbsprogrammen "Anders & Artig", "Heimat", "Helden wie wir" und "Liebe & andere Grausamkeiten" um den mit 500EUR dotierten Publikumspreis "Hasso". Ins Rennen gehen etwa Tom Tykwers 12-Minüter True mit Natalie Portman, das französische Split-Screen-Eyxperiment Half Days und der skurille Beitrag aus Finnland The Knockers. Ausschließlich schräge Kurzfilme sind in der "Trash Night" am Samstag, 22 Uhr, zu sehen; am Sonntagabend wird ein subjektiver Querschnitt durch alle Programme präsentiert (18 Uhr), bevor von 20 Uhr an die Top Ten vorgestellt werden (nochmal um 22 Uhr), aus denen dann der Sieger hervorgeht.